Vereinbarkeit als Oberärztin @saftmoppel

20. März 2019

Ich mach mitVereinbarkeit – Ein großes Wort, das oft reduziert wird auf Familienleben, Kinder und insbesondere Frauen. Ich habe das große Glück einen Chef zu haben, dem Fruchtbarkeit und Familienplanung bei der Wahl seiner Oberärztin egal waren. Ich arbeite gerne und ich brenne für meinen Beruf. Bei beiden Kindern war ich nur 8 Monate in Elternzeit und habe danach wieder 100% gearbeitet.

Nach K2 fragte ich mich jedoch, ob das alles so sein muss. Ich sah meine Kinder 2 Stunden vor dem Zubettgehen und war lange aus dem Haus bevor sie aufwachten. Mit 8-11 Diensten im Monat waren auch die Wochenenden oft genug dienstlich belegt.

Das alles ging nur wegen des Teilzeitgöttergatten, der Kinder und Lebenserhaltungssysteme versorgte.

Kurz entschlossen reduzierte ich auf 80%. Mein Chef war nicht begeistert. Ein 3/4 Jahr sprach er nur das Nötigste mit mir, fühlte sich persönlich angegriffen und herabgesetzt. Mir war und ist das egal!

Ich arbeite jetzt 4 Tage die Woche, mache weiterhin meine Dienste und arbeite in kürzerer Zeit die gleiche Arbeitsmenge. Der freie Tag gibt mir Luft zum Atmen, schöne Dinge mit meinen Kindern zu erleben, sie aufwachsen zu sehen, ihnen Dinge zeigen zu können. Er stärkt meine Resilienz und erhält meine Lust auf die Arbeit.

Ich erwarte mehr vom Leben und vom Arbeiten als die Generation „früher-war-mehr-Lametta“. Ich erwarte von meinem Arbeitsleben Raum zum Leben. Ich lebe nicht für die Arbeit! Ich möchte mich nicht entscheiden, ob ich meine Kinder großziehen möchte oder beruflich erfolgreich sein kann. Ich erwarte Anerkennung für das, was ich beruflich und privat leiste. Ich will das alles und nicht weniger! #vereinbarkeit

P.S.: und Gleiches erwarte ich für meine männlichen Kollegen, die häufig genug bei dem Begriff Vereinbarkeit vergessen oder belächelt werden!